

In der Welt der Hochsicherheitsinfrastrukturen – von Regierungsbehörden über Verteidigungskommandos bis hin zu kritischen Industrieanlagen – gelten die üblichen IT-Beschaffungsregeln selten. Systemintegratoren (SIs) und Projektmanager stoßen in Ausschreibungsunterlagen häufig auf technische Abkürzungen, die über die Standardspezifikationen für Verbraucher hinausgehen.
Einer der wichtigsten, aber oft missverstandenen Begriffe ist TEMPEST.
Wenn eine Projektspezifikation nach „TEMPEST-konformer Hardware“, „niedrig abstrahlenden Displays“ oder „SCIF-bereiten Endpunkten“ verlangt, deutet dies darauf hin, dass in dieser Umgebung mit vertraulichen oder hochsensiblen Informationen gearbeitet wird. In solchen Szenarien ist ein handelsüblicher Monitor nicht nur unzureichend, sondern stellt ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar.
Dieser Leitfaden entmystifiziert TEMPEST für technische Fachkräfte, beleuchtet die NATO SDIP-27-Standards, Red/Black-Trennung und erklärt, warum professionelle Displays im Kampf gegen elektromagnetische Spionage im Mittelpunkt stehen.
TEMPEST ist ein Codename der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) und ein NATO-Standard, der sich mit der Untersuchung und Erforschung von Kompromittierenden Abstrahlungen (CEM) beschäftigt.
Es steht für: Telecommunications Electronics Material Protected from Emanating Spurious Transmission.
Jedes aktive elektronische Gerät erzeugt während des Betriebs ein elektromagnetisches Feld (EMF).
Bei einem Display ist dies als Van Eck Phreaking bekannt. Ein Angreifer könnte theoretisch das Bild auf Ihrem Monitor rekonstruieren, ohne jemals den Raum zu betreten. TEMPEST-Standards stellen sicher, dass Emissionen unterhalb der Abfangschwelle unterdrückt werden.
Um TEMPEST im Kontext der Systemintegration zu verstehen, müssen SIs die Rot/Schwarz-Architektur kennen – ein grundlegendes Prinzip beim Design sicherer Einrichtungen (wie SCIFs).
Die Integrationsherausforderung: Das Ziel der TEMPEST-Technik ist es, zu verhindern, dass „rote“ Signale auf „schwarze“ Leitungen übertragen werden. Professionelle Sicherheitsdisplays sind mit interner Isolation und spezieller Erdung konstruiert, um diese Trennung bereits im Gerät selbst zu gewährleisten.

TEMPEST wird anhand von „Zonen“ bewertet – also der physischen Sicherheit der Umgebung und dem Abstand zu einem potenziellen Angreifer. Die meisten NATO-Partner verwenden den SDIP-27 Standard (früher AMSG 720).
| NATO-Standard (SDIP-27) | US-Äquivalent (NSA) | Risikokontext | Angenommene Entfernung | Anforderung |
| Stufe A (FULMAR) | Stufe I | Unmittelbares Risiko | 0 ~ 1 Meter | Stark modifizierte, speziell entwickelte Hardware. |
| Stufe B (BREVEL) | Stufe II | Mittleres Risiko | ~ 20 Meter | Strenge Metallabschirmung & Erdung. |
| Stufe C (CONUS) | Stufe III | Niedriges Risiko | > 100 Meter | Robuste professionelle Geräte. |
Wichtige Erkenntnis für SIs:
Während Stufe A zertifizierte Spezialausrüstung erfordert, genügen in Umgebungen der Stufen B und C oft „TEMPEST-bereite“ professionelle Displays. Diese bieten eine hervorragende Abschirmung, ohne die enormen Kosten maßgeschneiderter Stufe-A-Geräte zu verursachen.

In einer Secure Compartmented Information Facility (SCIF) stellt der Monitor aus drei Gründen eine Hauptschwachstelle dar:
Ein häufiger Beschaffungsfehler ist die Annahme, dass regulatorische Konformität (FCC/CE) gleichbedeutend mit Sicherheit ist.
Ein Monitor für Endverbraucher mit Kunststoffgehäuse kann FCC Klasse B bestehen und dennoch vertrauliche Daten an einen Empfänger auf dem Parkplatz abstrahlen.

Für Projekte der Stufe B oder C sollten Systemintegratoren auf folgende professionelle technische Merkmale achten:

Das Verständnis von TEMPEST macht aus einem Systemintegrator einen „Sicherheitspartner“ statt nur einen „Hardwarelieferanten“. Während Level-A-Umgebungen spezialisiert sind, verlangen die meisten Sicherheitsprojekte die „gute Sicherheits-Hygiene“ von Level B/C.
Durch die Wahl von Displays mit Metallgehäuse, rigoroser Erdung und NDAA-Konformität bieten Systemintegratoren eine robuste Grundlage für sichere Einrichtungen – sie reduzieren Risiken und schützen die Integrität kritischer Daten. Deshalb bleibt AG Neovo die Display-Wahl von Profis.